Warum Honig vom Imker?

Wie lagert man Honig?

Was tun bei Bienenstich?

Geschichte des Honigs

Was ist Tracht?

 

 

 

Warum Honig vom Imker?

Auf den ersten Blick läßt sich natürlich nicht so einfach erkennen, ob es sich um einen echten Qualitätshonig handelt oder um ein minderwertiges Produkt, in dem Enzyme und andere wertvolle Inhaltsstoffe längst ihre Wirkung verloren haben. Beim Backen und Kochen kommt es zwar nicht so sehr darauf an, die beste Sorte Honig zu verwenden, denn durch Erhitzen gehen sowieso viele Enzyme und Aromastoffe verloren. Wer den Honig aber pur genießen will oder gar seine heilende Wirkung nutzen möchte, der sollte ihn nicht über 40 °C erhitzen, denn sonst können einige der wertvollen Enzyme Schaden leiden, die Enzymaktivität bestimmt aber die Qualität des Honigs.
Dies ist auch das Problem mancher Importhonige. Honig neigt nämlich dazu, mit der Zeit zu kristallisieren, das geschieht nicht nur im Honigglas, sondern auch in den großen Honigfässern, mit denen er per Schiff importiert wird. Er kommt dann häufig in ziemlich festem Zustand an und wird erwärmt, damit er zum Abfüllen in Gläser wieder flüssig wird. Wenn die Temperatur dabei nicht ganz vorsichtig und präzise geführt wird, dann können wertvolle Inhaltsstoffe zerstört werden. Leider kann man das dem Honig nicht ansehen, und auch vom Geschmack her ist das schwierig festzustellen. Trotzdem gibt es Qualitätskriterien, die sogar messbar sind. Als erstes ist die Enzymaktivität zu nennen, das ist ein wesentliches Kriterium für die Naturbelassenheit. Das zweite ist der sogenannte HMF-Wert, (Hydroxymethylfurfural) ein Zuckerabbauprodukt, welches etwas darüber aussagt, ob ein Honig wärmegeschädigt ist oder nicht. Je niedriger dieser Wert, um so besser. Leider steht das alles nicht auf den Etiketten drauf, deshalb hat es der Verbraucher schwer, gute Qualität auszumachen. Die höchste Gewähr für guten Honig, das heißt Honig bei dem Sie die wertvollen Enzymeigenschaften nutzen möchten, haben Sie, wenn Sie die Kennzeichnung "fermentreich" auf einem Glas finden. Die Honige des Deutschen Imkerbundes müssen allesamt diese Bedingung erfüllen und demnächst sollen die Gläser ausdrücklich mit Hinweis auf ihren hohen Enzymgehalt ausgelobt werden. In den letzten Jahren sind eine Reihe von Untersuchungen durchgeführt worden. Eine unter Fachleuten sehr anerkannte hat die Stiftung Warentest im November 1992 veröffentlicht. Damals kamen nur wenige Honigsorten an diese Grenze heran. Aber immerhin heute kann man schon sagen, Honig von deutschen Imkern bietet eine hohe Gewähr für gute Qualität.

Wie lagert man Honig?

Honig ist licht und wärmeempfindlich, deshalb sollten Sie ihn in den Schrank stellen und keine zu großen Vorräte einkaufen. Die Aufbewahrung im Kühlschrank ist unpraktikabel, da der Honig dort zu fest wird. Bleibt Honig über einen längeren Zeitraum stehen, so kristallisiert er aus. Generell kann man sagen, dass Honig mit viel Traubenzucker zum Kandieren neigt, Honig mit viel Fruchtzucker hingegen nicht. Unterscheiden können Sie die Honige an der Farbe. Helle Honige enthalten i.d.R. mehr Traubenzucker, dunkle Sorten mehr Fruchtzucker. Eine Rückverflüssigung ist ohne Qualitätsverlust möglich. Dazu erwärmen Sie den Honig im Wasserbad vorsichtig bei maximalen Temperaturen von 40°C.

nach oben

Was tun bei Bienenstich?

Wenn der Stachel in der Haut steckt, dringt weiterhin Gift in die Wunde ein. Das wichtigste ist also, den Stachel möglichst schnell zu entfernen. Am einfachsten und auch am schnellsten geht das, wenn man mit dem Fingernagel über den Stachelapparat fährt, der Stachel reißt heraus und es kann kein weiteres Gift nach fließen. Wenn das Pech daheim passiert, sollte man sofort in die Küche laufen, etwas Salz auf die Stichstelle streuen und mit Wasser ganz leicht anfeuchten, dadurch wird Wundflüssigkeit und auch etwas Gift aus der Stichstelle herausgezogen. Im Übrigen hilft es, kühle Umschläge zu machen, ansonsten mit Geduld warten, bis die Schwellung vergeht. Wirkliche Allergien gegen Bienengift sind selten und bedürfen sofortiger ärztlicher Hilfe. Wer öfter gestochen wird, wie das bei Imkern der Fall ist, kann sich an das Bienengift gewöhnen, es tut dann noch ein kleines bisschen weh, aber eine Anschwellung gibt es nicht mehr.

nach oben

Geschichte des Honigs

Etwa in der Zeit vor 40 bis 50 Millionen Jahren haben sich die ersten Bienen entwickelt. (Menschen der Jetztzeit gibt es dagegen erst seit 200.000 Jahren). Man geht davon aus, dass der Mensch den Honig seit der Steinzeit für sich entdeckt hat. Erste bildliche Darstellungen von honigsammelnden Menschen stammen aus dem Mesolithikum, vor 12.000 bis 9.000 v. Chr. Schließlich entdeckten die Menschen, vor ca. 10.000 Jahren, wie man mit Rauch den Honig so vorsichtig aus dem Bienenstock entnahm, dass das Bienenvolk unbeschadet blieb und eine mehrfache Ausbeute möglich war. Die systematische Hausbienenhaltung entstand als der Mensch sesshaft wurde. Alten Hölenzeichnungen (von La Aranas in der Nähe von Valencia in Italien) zufolge war das etwa um 7.000 v. Chr.

Die Menschen boten den Bienen Nistplätze in ihrer Nähe an, damit sie auf der Suche nach dem begehrten Honig nicht mehr die gefährlichen Wälder durchstreifen mussten. Die Besausungen der Bienen entwickelten sich immer weiter. Je nach Kulturkreis entstanden aus stehenden Bäumen transportable und perfektionierten Behausungen aus Schilf, Stroh, ausgehöhlte, abgeschnittene Baumstücke oder Tonröhren.

Schon immer war die Honigbiene für den Menschen etwas besonderes, sie zog ihn in ihren Bann. So hat der Honig hat von jeher eine große kulturelle Bedeutung. Bienen und ihre unerklärliche Fähigkeit Honig zu machen wurden bewundert und mystifiziert. Für die Ernährung (einziges süßes Nahrungsmittel) genauso wie im Kultus und der Mythologie (unerklärliche Fähigkeit Honig zu machen).

Die Hochblüte erreichte die Imkerei im alten Ägypten. Honig war damals ein begehrtes Handelsgut und Zahlungsmittel. So wurde einen Topf Honig mit dem Wert eines Esels oder Rinds aufgewogen und Beamte unter Ramses II bekamen einen Teil ihres Gehaltes in Honig ausgezahlt. Die alten Ägypter betreiben die Bienenhaltung und -zucht auf wissenschaftlicher Grundlage. Schnell erkannten sie den Zusammenhang zwischen Honig- und Wachsproduktion und gleichzeitiger Steigerung der Ernteerträge der Obstbauern. Man brachte die Bienenstöcke in die Gebiete mit intensiver Landwirtschaft. So entstand die, bis heute existierende, Wanderimkerei auf dem Niel.

Neben dem wirtschaftlichen Wert des Honigs war er auch von wichtiger religiöser Bedeutung. Honig war die "Speise der Götter" und galt als "Lebendig gewordene Tränen" des Sonnengottes Ra. Demzufolge haben sich die sich selbst als göttlich angesehenen Pharaonen die Bienen und den Honig für sich verwendet. Das Symbol der Bienen wurde mit der Konigshieroglyphe gleichgesetzt und schmückte das Siegel der Königin Hatschepsut.

Durch alle Hochkulturen, angefangen bei den alten Ägyptern, im antiken Griechenland, im alten Rom und selbst bei den Germanen zum Mittelalter, spielte die Imkerei eine wichtige wirtschaftliche und mythologische Rolle.

Alternativen zu Honig als Süßungsmittel gab es in Europa erst ab dem späten Mittelalter. Zucker aus Zuckerrohr war damals ein unerschwinglicher Luxus. Selbst Reiche und Fürsten konnten diesen Luxus nur selten leisten. Im 19. Jahrhundert wurde Honig durch Zucker aus Rübenzucker als Süßungsmittel abgelöst. Als Genussmittel konnte Zucker den Honig aber bis Heute nicht ablösen.

nach oben

Was ist Tracht?

Tracht ist der Oberbegriff für die Nahrung, die die Bienen eintragen, also Nektar, Pollen und Honigtau. Die so genannten Haupttrachtpflanzen bieten den Bienen einen erheblichen Überschuss an Nektar, Pollen und Honigtau und stärken damit die Entwicklung des Volkes. Für den Imker sind sie deshalb von einer besonderen wirtschaftlichen Bedeutung. Die Blütentracht ist durch zahlreiche Pflanzenarten und eine festgelegte Blühfolge gekennzeichnet, die der Imker durch das Wandern mit den Bienenvölkern ausnutzt. Die Trachten können aufgrund vieler Kriterien (z.B. Jahreszeit, Biotop oder spezieller Trachtpflanze ) unterschieden werden:

Frühtracht
Von Anfang bis Ende Mai dienen unter anderem die Blüten von Obst, Raps und Löwenzahn dem Wachstum und der Stärkung des Bienenvolkes. Nur bei starken Völkern ist mit dieser so genannten Frühtracht auch die erste Honigernte möglich. Die Obstblüte liefert den Bienen besonders viel Nektar und Pollen. Gleichzeitig führen Bienen den Hauptteil der Bestäubungsarbeit aus und fördern so bei Obstbäumen die Entwicklung des Fruchtansatzes. Ökologisch arbeitende Imker stellen Bienenvölker ausschließlich in ökologisch bewirtschaftete Flächen, da hier keine bienengefährlichen Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.

Frühsommertracht
Ab Ende Mai bis Mitte Juni ändert sich die Trachtsituation. Blütenpflanzen und Blumen der Wiesen gewinnen als Nektar- und Pollenquellen für die Bienen an Bedeutung. Die Robinie ist die wichtigste Frühsommertracht, neben Ahorn und Himbeere. Sie blüht nur kurze Zeit und ist eine Massentracht mit reichlich Nektar.

Sommertracht
Zwischen Frühsommer- und Spättracht liegt die Sommertracht. In dieser Zeit liefern insbesondere Linde, Phacelia und Sonnenblume den Bienen Nahrung.

Honigtautracht
Die Honigtautracht tritt, je nach Baumart, in den Jahren sehr unregelmäßig von Ende Mai bis Ende September auf. Daher ist Honogtauhonig teurer als Blütenhonig. Typische Trachtpflanzen sind z.B. Tanne, Kiefer, Lärche oder Ahorn. Honigtauhonig wird im Handel oft als Waldtracht bezeichnet.